
Als Paul Kingsnorth das erste Mal die Schriften von Ted Kaczynski liest – dem sogenannten Unabomber, der zwischen 1978 und 1995 die USA mit einer Serie von Briefbombenattentaten in Atem hielt –, ist er schockiert: weil er sich in seiner Verzweiflung über die Zerstörung unserer Umwelt in dem Terroristen wiedererkennt. Bei ihm selbst hat die Trauer und die Wut darüber, wie das techno-industrielle System nicht nur natürliche, sondern auch kulturelle Weltzusammenhänge auslöscht, eine Depression ausgelöst. Doch anders als der ehemalige Mathematiker Kaczynski greift Kingsnorth nicht zum Sprengsatz, sondern zur Sense, die ihm in diesem Essay als Metapher für eine angemessene und verwurzelte Technologie dient. So entwickelt er tastend einen Kodex des Lebens in einer nachnatürlichen Welt, der es ihm erlaubt, der eigenen Verzweiflung mit Struktur zu begegnen.
Dunkle Ökologie ist ein aufrührerisch radikaler, ein schmerzhaft ehrlicher Essay von einem, der die unwiderrufliche Entfremdung zwischen Mensch und Natur, die Kluft zwischen Vergangenheit und Gegenwart, die Spaltung zwischen Vernunft und Instinkt nicht mehr aufzulösen sucht.